Das Konzept „Insektenburg“ wurde von Dipl.-Ing. Hans-H. Stamer, BUND Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein) erarbeitet und im April 2018 zum ersten Mal in Kuddewörde sehr erfolgreich baulich umgesetzt.

Die Idee einer Insektenburg zur Förderung von Insekten und insbesondere Wildbienen wurde vom BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland), Kreisgruppe Warendorf an das Amt für Planung und Naturschutz herangetragen.

Bei der Insektenburg handelt es sich im Wesentlichen um eine gut besonnte und nach Süden bzw. Südosten ausgerichteten Fläche aus lehmigem, leicht bindigem Sand, die nach Norden durch eine Böschung aus Oberbodenmaterial begrenzt wird.
Bei dem Bau einer Insektenburg sollten nur leicht bindige Sande verwendet werden. Kies und mit Steinen durchsetzter Sand sind nicht geeignet. Ob der ausgewählte Sand den Ansprüchen genügt, können Sie recht einfach überprüfen:

Dazu nehmen Sie sich eine kleine Handvoll des leicht feuchten Materials und pressen es fest in der Hand zusammen. Hält das Substrat die Form und zerbröckelt erst bei festerem Anstoßen in seine Einzelbestandteile, ist es geeignet. Hält es die Form dagegen nicht, so ist der Lehmanteil zu gering. Hält das Substrat auch bei kräftigerem Anstoßen die Form, so ist der Lehmanteil zu hoch.

Sofern keine Wasserstellen in der Nähe der Burg vorhanden sein sollten, empfiehlt es sich, am Böschungsfuß eine kleine Tränke, bspw. in Form eines Untersetzers aus Ton, einzubauen.

Die Böschung sollte mit einer insektenfreundlichen Blühmischung angesät werden.

Hier eignen sich ganz besonders Regio-Saatgutmischungen wie beispielsweise die vom Kreis Warendorf angebotene „Warendorfer Mischung für den Garten“. Es können aber auch andere Regio-Saatgutmischungen aus heimischen Wildpflanzen verwendet werden. Natürlich können alternativ auch bienen- und insektenfreundliche Stauden gepflanzt werden. Dabei sollten jedoch hauptsächlich heimische Pflanzenarten gewählt werden. Denn an diese Pflanzenarten haben sich die hier vorkommenden Insekten angepasst.

In die Sandböschung können insbesondere Wildbienen und Hummeln, aber auch Schwebfliegen und anderen bodenbewohnenden Insekten, Nistgänge für die Aufzucht des Nachwuchses anlegen.

Wildbienen leben beispielsweise, anders als Honigbienen, meist als Einzelgänger. Ihre Nistgänge legen sie im Boden aber auch in Pflanzenstängeln, Totholz und Mauernischen an.

Aktuell sind in Deutschland über 500 Wildbienenarten bekannt. Fast die Hälfte sind bundesweit in ihrem Bestand gefährdet. Wildbienen sind an heimische Wildpflanzen angepasst. Etwa ein Drittel sind sogar auf ganz bestimmte Pflanzen bzw. Pflanzenfamilien angewiesen.

Mit der Anlage und der Pflege einer eigenen Insektenburg können Sie die heimische Natur unterstützen und gleichzeitig mehr über sie lernen. Beobachten Sie, welche Bewohner und Nutzer sich dort niederlassen und erfahren Sie wie es ist, mit ihnen zusammen zu leben!

Den Bauplan für die Insektenburg stellt der Kreis Warendorf mit freundlicher Unterstützung der BUND Kreisgruppe Warendorf hier zum Download zur Verfügung. Auch die BUND Kreisgruppe informiert im Internet über die Insektenburg (www.bund-warendorf.de).

 

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Zuständige Stelle

Amt für Umweltschutz und Straßenbau
Waldenburger Str. 2
48231 Warendorf