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Der Warendorfer Wertekoffer ist ein Methodenkoffer zur Prävention sexualisierter Gewalt. Es handelt sich um einen Schulungskoffer, der ein Schulungsprogramm und entsprechende Materialien enthält, um mit jungen Menschen ab 14 Jahren über Werte, Identität, Geschlechterrollen und Sexualität ins Gespräch zu kommen. Ziel des Warendorfer Wertekoffers ist es, die Jugendlichen für das Thema sexualisierte Gewalt zu sensibilisieren und ihnen Orientierung zu bieten. Dabei werden verschiedene Themen angesprochen, wie zum Beispiel Beziehungsgestaltung, Geschlechtsidentitäten und das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Auch Anlaufstellen für Beratung und Unterstützung werden vorgestellt. Die Umsetzung des Programms erfolgt ausschließlich durch fachkundige und im Thema geschulte pädagogische Fachkräfte.

Zum Thema

Werte bieten den Menschen Orientierung in Zeit und Gesellschaft. Um eigene Wertevorstellungen zu entwickeln, ist die Auseinandersetzung mit sich selbst und anderen notwendig. Besonders Jugendliche befinden sich in einer intensiven Phase dieses Prozesses.

In einer pluralen Gesellschaft kann es herausfordernd sein, eigene Wertevorstellungen zu finden, denn je vielfältiger eine Gesellschaft ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass widersprüchliche Erwartungen entstehen. Unvereinbarkeiten familiärer, gesellschaftlicher, traditioneller und religiöser Vorstellungen verunsichern und fordern Jugendliche heraus. Dies bietet die Möglichkeit, sie in einen Dialog zu bringen – im Austausch mit ihren Peers und unter Anleitung moderierender, aber nicht belehrender Erwachsener.

Die Themen Identität, Geschlecht und Sexualität sind natürliche Interessensgebiete von Jugendlichen. Oft genügen kleine Impulse, um Fragestellungen und Diskussionen zu entfachen. Da Identitätsbildung in dieser Lebensphase eine zentrale Entwicklungsaufgabe darstellt, bietet sich großes Potenzial, reflektierte Impulse für die Entwicklung langfristiger Haltungen zu geben. Es ist jedoch wichtig, dass belastbare Haltungen nur entstehen, wenn Menschen eigene Prozesse durchlaufen, die zwar initiiert, aber nicht vorgeplant werden können.

Zu den Zielen

Das Wertekoffer-Training verfolgt das zentrale Ziel der Prävention sexualisierter Gewalt. Im Einzelnen werden folgende Ziele angestrebt:

  • Die Teilnehmenden erkennen kulturelle und soziale Unterschiede in der Gesellschaft und erfahren, dass unterschiedliche Kulturen sich auf gemeinsame Werte einigen können.
  • Die Teilnehmenden wissen um das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und reflektieren Situationen, in denen sie stereotype Rollenmuster (er)leben. Sie entwickeln Ideen, wie es anders sein könnte.
  • Die Teilnehmenden werden für Situationen sexualisierter Gewalt sensibilisiert.
  • Die Teilnehmenden lernen, dass Irritationen wichtige Warnhinweise sein können.
  • Die Teilnehmenden kennen Unterstützungsmöglichkeiten.
  • Mit dem Ziel der Prävention sexualisierter Gewalt soll Betroffenen der Zugang zu Hilfsangeboten ermöglicht werden.

Inhalte und Zielgruppe

Der Warendorfer Wertekoffer ist ein ausgearbeitetes Programm für den Einsatz in Gruppen von Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Es ist für Gruppen mit acht bis 16 Teilnehmenden konzipiert und setzt eine grundlegende sprachliche Verständigungsfähigkeit voraus. Das Programm richtet sich daher auch an neu zugewanderte Jugendliche.

Alle Inhalte sollen dabei:

  • sexualitätsbejahend
  • aufklärend
  • sensibel für Vielfalt (Diversity-Dimensionen wie Geschlecht, ethnische Herkunft, Nationalität, sexuelle Orientierung und Identität, Religion und Weltanschauung)
  • grenzachtend
  • betroffenensensibel
  • präventiv wirksam
  • sprachlich leicht verständlich sein

 

Anfragen zur Durchführung:

Alina Tissen

Tel: 02581-535262

E-Mail: Alina.Tissen@kreis-warendorf.de

Für Gruppen mit 8-16 Teilnehmenden im Alter von 14 bis 18 Jahren.

 

Projektkonzeption:

Amt für Jugend und Bildung

Kreis Warendorf

 

mit fachlicher Begleitung durch:

FachstelleSchutz - GrenzBewusst und SchutzWege

Caritasverband für Ahlen, Drensteinfurt und Sendenhorst e.V.

 

 

Zuständige Stelle

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